Es war ein langer Weg von den ersten Versuchen der Physiker Hittorf und Crookes vor mehr als 100 Jahren, Kathodenstrahlen in Gasen zu erzeugen (1869) und Metalle anzuschmelzen (1879), bis zu den heutigen modernen Computer-gesteuerten Fertigungsmaschinen.

 

Eine neue Phase der Materialbearbeitung mit Elektronenstrahl begann 1948. Der Physiker Steigerwald war mit der Entwicklung leistungsstarker Strahlquellen für Elektronenmikroskope beschäftigt und kam dabei auf den Gedanken, den Elektronenstrahl als thermisches Werkzeug im Vakuum einzusetzen. Die ersten Versuche waren sehr erfolgversprechend und führten zum Abschluss eines Lizenzvertrages. Der Durchbruch zum industriellen Elektronenstrahlschweissen erfolgte 1958.

 

Nach der Entdeckung des Tiefschweisseffektes begann eine stürmische Entwicklung neuer Anlagen. Bisher mit dem Elektronenstrahl nur im Bereich der Werkstoffoberfläche befasst, galt es nun, die Leistungsflussdichte und den Strahlstrom zu erhöhen, um dickere Werkstücke als bisher zu schweissen. Die Nukleartechnik und die Luft- und Raumfahrtindustrie waren die ersten richtungsweisenden Anwendungsbereiche für das Elektronenstrahlschweissen.

 

Das Elektronenstrahlschweissen hat in seiner mehr als 40-jährigen industriellen Geschichte und mehr als 50 Jahre nach seinen ersten Anfängen faszinierende technische Lösungen ermöglicht, die jungen Ingenieuren und selbst vielen erfahrenen Schweissfachleuten weitgehend unbekannt sind. 

 

Das Spektrum reicht vom Schweissen feinster Folien bis zum Fügen von Werkstücken mit Wanddicken von über 100 mm in einem Durchgang, von mikromechanischen Bauteilen winziger Abmessungen bis zu Rumpfsegmenten von Flugzeugen oder ganzen U-Booten, von Einzelteilen für Raumfahrt bis zu Grossserien im Elektro- oder Automobilbau.

 

Und die Entwicklung geht weiter ...

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